Wer macht die schönsten Reime?

Gedichte von Peter Fuchs

 

Peter Fuchs ist ein sonderbarer, zumindest
atypischer Berlin-Kreuzberger Rentner,
der dort häufig im Café Logo sitzt,
in Rekordzeit ein Kreuzworträtsel löst
und ein Gedicht schreibt. Wir sammeln
diese Gedichte und bringen sie hier wie
sie kommen, mit Erlaubnis des Meisters.
Somit wird diese Seite, wie wir hoffen,
laufend erweitert.

Kommentare und Anfragen per E-Mail.

© 2012-2014 Gerd Friedrich Marenke

 

- 1 -

An den geneigten Leser

Hehre Gedichte
schwer wie Gewichte
widme ich dir…

Wie? Ein Geschmier
für Hausgebrauch?
Du mich auch!

 

- 2 -

Existenz

Als Simone Beauvoir
einmal auf dem Klo war
sagte kläglich Sartre
daß sie ihn täglich martre

 

- 3 -

Ruhetag

Schreib ich der Gedichte eines?
Oder dicht ich heute keines?
Letzte Woche hatt ich Glück:
Es gelangen mir sechs Stück!
Also bleibt heut nichts zu tun:
Am 7. Tage sollst du ruhn!

 

- 4 -

Wer macht die schönsten Reime?

Die schönsten Reime des Menschen
sind weder die Gottfried Benn'schen
noch die Reime des Goethen;
erreichen sie doch nur mit Nöten
in Wohlklang, Rhythmus und Morphe
die Reime des Rühmkorfe.

 

- 5 -

Bukolisch

Der Bauer scheint schon ganz verroht,
stinksauer er der Bäuerin droht:

Es sei leider gar nicht heiter,
dass sie mit einem Landarbeiter!

Dies untergrabe, wirft er hin,
auf dem Hof die Disziplin.

Zwar sei, bemerkt er noch am Rand,
auch auf dem Land man tolerant.

Doch sei's kein ländliches Idyll,
wie er es will, so rein und still!

 

- 6 -

Nirwana

Alle Katzen werden bös
ist das Katzenklo porös.
Solch ein Klo taugt nicht mehr viel
also kommt es in den Müll.

Ab geht's noch am selben Tage
in die Müll-Verbrenn-Anlage.
Dort erhitzt wird es elastisch
und sodann phantastisch plastisch.

Viele Formen hat's gewonnen:
Menschen, Tiere und Madonnen
und durchläuft in seiner Panik
zuerst Gotik, dann Romanik.

Danach formt sich's wie in Trance
nach dem Stil der Renaissance.
Schließlich nähert sich's, wen wundert's
dem Stil des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Erst Rodin, dann Jacometti
bis es schreit: Alles paletti!
Folgt ein Knall! Das war's dann auch!
Kunst ist auch nur Schall und Rauch!

Hierauf ist das Katzenklo
irgendwie im Nirgendwo.

 

- 7 -

Leonore

Gekürzte Ballade von
Gottfried August Bürger
(1747-1794)

Wilhelm hat gewaltig einen in der Schüssel
und verschusselt seinen Wohnungsschlüssel

"Holla, holla! Tu auf, mein Kind!
Schläfst, Liebchen, oder wachst Du?
Wie bist noch gegen mich gesinnt?
Und weinest oder lachst du?"

"Ach, Wilhelm, Du? … So spät bei Nacht? …
Geweinet hab und gewacht;
Ach, großes Leid erlitten!
Wo kommst du hergeritten?"-

Für diese Nacht bucht Wilhelm schnell
ein Einzelzimmer im Hotel.

 

- 8 -

Zwei Große

Der Goethe war (ich bin so frei)
der schnöde Immobilienhai!
Keiner kann doch übersehn
wieviel Goethe-Häuser stehn.

Dagegen war (dass Gott erbarm)
der Dichter Robert Gernhardt arm!
Doch schon werden ungelogen
Gernhardt-Häuser hochgezogen.

 

- 9 -

Moderne Justiz

Neulich hatten die Metzen
Ärger mit den Gesetzen,
doch ein deutsches Amtsgericht
sprach aus ganz moderner Sicht:
Metzen existieren nicht!

Als sie vom Gerichte fuhren
warn sie nur noch schlichte Huren.

 

- 10 -

Die Brunnen von Rom

Es hat die ew'ge Stadt kein Geld;
der Senat hat kurzerhand
die Marmorbrunnen abgestellt,
weshalb diese bis zum Rand
voller Abfall, Cola-Dosen,
Müll, Kondomen, Münzen, Tand,
die im Sickerstrahl vermoosen.

Nehmen wir es mal real:
Ist es nicht total egal,
ob der sieche Sickerstrahl
in die Gosse sich ergösse
oder in den Stadtkanal
und dann lieber mit dem Tiber
heiter weiterflösse?

 

- 11 -

Unser Vorbild

Wir kopieren Morgenstern?
Dies, mein Leser, liegt uns fern!
In dem Wohnblock, wo wir wohnen,
wo wir ohne uns zu schonen
lohnende Gedichte klonen
fronen Gernhardt-Epigonen!

 

- 12 -

Der Feler

Ein Rechtschreib-Feler sah
sich um nach einem H
und hat es dann nach Stunden
im DUHDEN aufgefunden.

Vorschrift ist seit diesem Tage,
dass man korrekt DUDEN sage!
Siehst mit H du dieses Buch,
grenzt es hart an den Betruch.

 

- 13 -

In das Poesie-Album

Sei wie das Veilchen im Moose,
beischeiden, sittsam und rein
und nicht wie die stolze Rose,
die immer bewundert will sein.

Und trag keine zu enge Hose
der Marke Calvin Klein!
Die zwickt gemein an der Dose,
vorausgesetzt, du kommst hinein.

 

- 14 -

Der Knabe

Siehst einen Knaben du von hinten
wirst du kaum was an ihm finden,
doch siehst den Knaben du von vorn,
siehst du des Knaben Wunderhorn.

 

- 15 -

Schülerliebe

Profil wie reinster Jugendstil
hattest du der Tugend viel,
bis wir während Wandertagen
innig beieinander lagen…

"Ineinander! Konsequenz!"
schrie die Lehrerkonferenz.
Das Schuljahr in den Winter trat
und schon warst du im Internat.

 

- 16 -

Anleitung zum Dichten

1 täglich Gedicht
ist klägliche Pflicht:

Will morgens mir kein Reim gelingen,
beginne ich zunächst mit Singen,
jedoch von meiner Stimme klingen
kann ich mir kein Brötchen kaufen,
verlege, um mich zu beschwingen,
vom Singen mich sodann auf's Saufen,
bis die Reime nur so laufen…

Und weil das halt so ist,
kommt's, daß du es liest.

 

- 17 -

Kein Recht auf Faulheit

Die Agentur für Arbeit klagt,
dass sie ihn noch immer jagt:
Den letzten Faulpelz, der sich noch
listig Leistungen erschloch.

 

- 18 -

Mahnung

Täglich, stündlich gibt es mehr
Auto- und Geschlechtsverkehr.
Wird dies nicht bald eingestellt
seh ich schwarz für unsre Welt.

Wie soll sie die Machenschaften
von uns Menschen sonst verkraften?
Drum warte nicht auf andere:
Steige aus und wandere!

 

- 19 -

Der Ruck

Deutschland lag in den Wehen,
fast war's um es geschehen!
Da ging, wie allbekannt,
ein Ruck durch unser Land.

Nicht vorwärts noch zurück
ging Deutschland, doch mit Glück
erjagen wir den Ruck,
erschlagen ihn ruckzuck!

 

- 20 -

Der Schrei aus dem Bad

Ein kleinkariertes Kachelbad
hatte seine Kacheln satt
und schrie: "ich will von diesen
riesengroßen Fliesen!"

Der Kachelbadbesitzer hat
auf des Kachelbades Rat
die miesen Kacheln abgeschlagen
um Riesenfliesen aufzutragen.

Der Kachelbadbesitzer tat
ohne Bedenken
die Kacheln verschenken.

 

- 21 -

Der Stadtplaner

Der Stadtplaner hat satt
zu planen seine Stadt.
Er trinkt viel Bier und treibt sich drum
ziellos in der Stadt herum.

Unter Biertrunk könnt er wetten
daß die Stadt nicht mehr zu retten
und nach stundenlangem Laufen
geht er sich ein Zündholz kaufen

Der Stadtplaner die Stadt verflucht
worauf er voll Wut versucht
diese Großstadt abzubrennen
und aufs Land hinwegzurennen.

 

- 22 -

Recycling

Die Welt entstand auf jeden Fall
vor langer Zeit mit einem Knall.

Doch wird sie, dank dem lieben Gott,
auch wenn sie altert, nicht zu Schrott.

Sie wird, wenn sie denn einmal endet,
für einen zweiten Knall verwendet.

Da Gott nicht lieb ist, sondern heiter,
macht er leider immer weiter.

 

- 23 -

Das Alter

Freud hatte, wie Fachleute meinen,
etwas verfrüht, so ungefähr
mit einundvierzig Jahren seinen
letztlichen Geschlechtsverkehr.

Dies - darf ich zu sagen wagen -
kann ich locker überbieten!
Doch häufen sich die Magenklagen,
auch plagen mich die Hämorrhoiden.

 

- 24 -

Mißverständliche Namen

Das Meerschwein schwimmt im Meer,
doch fürchtete sich sehr.
Man sollte, nur weil sie so heißen,
sie keineswegs in Meere schmeißen.

Der Dichter sich versteckt,
wenn eine Dichtung leckt.
Nur weil er zufällig so heißt,
heißt nicht, daß er zu dichten weißt.

 

- 25 -

Schwamm drüber

Ein Schwamm schwamm durch das Meer
und langweilte sich sehr.
So betrat er feste Erde
damit er was Rechtes werde.

Er hätt sich's schwieriger gedacht
und bald zum Lyriker gebracht.
Dies war sein Weg, sich zum Entzücken
der Leser schwammig auszudrücken.

 

- 26 -

Völkerfreundschaft

Aus Deutschland, woher die Polen
verstohlen die Autos holen,
kommen die Deutschen, die schlauen,
um polnische Frauen zu klauen.

 

- 27 -

Bahnreise gen Norden

Fährst von Hamburg du nach Flensburg
siehst du links das Städtchen Rendsburg.
Weiter gibt's links nix zu sehn:
musst ans rechte Fenster gehn!

Dort läuft aus einem Bache
eine flache Lache.
Hast deren Anblick du verwunden,
ist Rendsburg links gottlob verschwunden.

 

- 28 -

Das Ende

Irgendwann passiert es allen,
doch mein Leid ist unvergleichbar:
Mein Handy ist ins Klo gefallen
und ich bin nicht mehr erreichbar.

Wer kennt den Schmerz, den herben!
Mein Handy piepste viel!
Ich möcht am liebsten sterben:
jetzt ist's auf einmal still.

 

- 29 -

Rauchverbot

Es hieß in den fuffzger Jahren,
als wir halbe Kinder waren:
Nach dem Essen sollst du rauchen
oder eine Frau gebrauchen!

In der Zeit des Adenauer
lange vor dem Bau der Mauer
ging dies aber reichlich weit:
es war eine stille Zeit.

Heute kann man sich beschweren
derart Kinder aufzuklären!
Denn nach der Frau und nach dem Essen
musst du das Rauchen heut vergessen!

 

- 30 -

Triviales Gebet

Lieber Gott, mir geht's
eigentlich wie stets:
Manchmal Muße, manchmal Eile
meistens leider Langeweile.

Mir schleicht sich das Gefühl ein:
Dies kann doch nicht mein Ziel sein!
Lieber Gott, Du bist doch groß:
Mach doch endlich mal was los!

 

- 31 -

Der Lyriker

Dem Leser zum Tort
lebt der Dichter vom Wort:

Um nicht schlichtweg zu verhungern,
muss er auf Empfängen lungern
und verschlingt die Häppchen gierig!
(Seine Lyrik gilt als schwierig)

Sind Leser vor Ort,
laufen sie fort.

 

- 32 -

Der Schmeißer

Wer schmeißt da mit Kondomen?
Hätt er doch Lehm genommen!
Dies teuflische Kondom!

Das ist der Papst aus Rom.
Der sollte sich bequemen,
wie andere Lehm zu nehmen!

 

- 33 -

Zudringlich

Eben hab ich mir gedacht
ob dies Gedicht noch angebracht
oder schon so obsolet
dass es bald der Wind verweht?

Doch wenn es auch verwehte
kommt es durch mein Gebete
mein Leser, auch zu Dir,
zudringlich für und für …

Und ist es auch banal
und klingt es noch so schal
hat es was vom Choral!
Bereitet es dir Qual?

 

- 34 -

Deutsche Schulpflicht

Manche Kinder haben leicht
ihren Schulabschluß erreicht.
Andre Kinder haben's schwerer
Also werden diese Lehrer.

Sie erreichen damit bald
ein erträgliches Gehalt
und sind somit nicht von Not
oder Schulabschluß bedroht.

 

- 35 -

Der Rädelsführer

Ich wär gerne Rädelsführer
eines Rädels nur aus Mädels.
Die Mädels so um zwanzich!
Wünscht dies nicht jeder Mann sich?

 

- 36 -

Frankfurter Buchmesse

Es warnt wie jedes Jahr
die Polizei von Hessen
für Sicherheit der Messen
vor folgender Gefahr:

Ihnen kommt im regen
Rummel bei den Ständen
mit den Lyrik-Bänden
ein Falsch-Dichter entgegen!

 

- 37 -

Gebet

Lieber Gott! Bevor wir zanken,
will ich mich bei dir bedanken:
Läßt für mich die Blumen blühn
und sorgst für das Alpenglühn,
zeigst mir viele schöne Dinge,
beispielsweise Schmetterlinge.

Lieber Gott! Darf ich es wagen,
ein paar Fragen nachzutragen?
Was zum Beispiel bieten
mir die Hämorrhoiden?
Wozu taugen Hühneraugen?
Mücken, die mir Blut aussaugen?

Lieber Gott! Sei nicht beleidigt,
Deine Schöpfung wird verteidigt.
In sieben Tagen abgerungen,
ist sie im Prinzip gelungen.
Doch gib zu, du hast bei Nacht,
Dir den Haarausfall erdacht!

P.S.: Und warum trifft der nicht Damen?

Amen

 

- 38 -

Das Brot des Dichters

Für das Gedicht, wie es hier steht,
krieg ich nicht mal Rindsfilet,
allenfalls ein Schweinehack
mit Beigeschmack von Plastikpack.

Oder ein paar Zuchthauseier,
Freilandeier sind zu teuer!
Dazu Vollkorn-Keimescheiben.
Wozu heute Reime schreiben?

 

- 39 -

Bescheiden

Ringelnatz und Morgenstern,
die Vergleiche hör ich gern!
Doch noch bin ich so bescheiden,
diese beiden zu beneiden.

So mancher meine Dichtung haßt,
weil sie nicht in die Richtung paßt.
Bald werden diese Hasser weichen,
denn keiner kann das Wasser reichen.

 

- 40 -

Genesis

Nach dem Urknall befahl Gott
seinem Satan, dass der Schrott
und die ganze Sauerei
schnellstens zu vernichten sei.

Doch der Satan hat verteufelt
heimlich Reste angehäufelt,
statt sie zu entfernen
formt er sie zu Sternen.

Gott kam wieder mal vorbei,
prompt erhob er ein Geschrei!
Doch er hatte nicht bedacht,
daß man sowas selber macht.

 

- 41 -

Die Pleite

Ich bin nur ein armer Reimeschmied
und halte mich tapfer und heiter,
doch leider sinkt auf meinem Gebiet
der Umsatz immer weiter.

So lebe ich äußerst bescheiden,
die Kunst bringt keinen Gewinn:
Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
daß ich so traurig bin.

 

- 42 -

Wandelungen in der Mark
Brandenburg. (um 1900)

Bis dato wuchs in Brandenburg
nur Kartoffel und die Gurk.

Doch kurz vor der Jahrhundertwende
nahm die Kältezeit ein Ende.

Auf dem Streusand wuchs jetzt Rasen
und der Rasen zu Oasen.

Im dümmsten Brandenburger Kaff
sah man Palmen und war baff.

Auf dem Kreuzberg bei Berlin
sah man Paviane ziehn.

Der Schriftsteller Fontane
sah eine Banane.

Als Wanderer empfand er stark
den Klimawandel in der Mark.

Doch dann stagnierten auf den Fluren
Brandenburgs die Tempraturen.

Der Klimasturz kam stark und krass
die Mark ward wieder karg und nass.

 

- 43 -

Das Problem der Ganztagsschule

Golfvereine lehnen knapp
jede Ganztagsschule ab,
denn für Arzt und Rechtsanwalt
ist es mittags noch zu bald.

So bleibt für die Mittagsstunde
nur der Studienrat als Kunde
seine Freizeit zu genießen.
Sonst muß jeder Golfclub schließen.

 

- 44 -

Der arme Mann

Ein Mann stellt sich sehr schlau an,
schaut seine Frau genau an.

Zum ersten Mal schaut er genau
und fragt sich: Wer ist diese Frau?

Was verbirgt mir dies Gesicht?
Ist hinter dieser Mauer Licht?

Der arme Mann ward schlauer nicht.

 

- 45 -

Empfehlung für Berlin-Besucher

Gelungen ist die Neugestaltung
der Innenstadt in Chrom und Glas,
jedoch empfiehlt die Stadtverwaltung
aus reiner Vorsicht uns noch das:

Bleiben Sie aus Vierteln draußen
wo Haschisch wabert und in denen
Hartzvier-Horden hungernd hausen
und herbe Huren an Hydranten lehnen.

 

- 46 -

Kaiser Rotbart lobesam

Barbarossa war ein Weiser
und daneben deutscher Kaiser,
färbte seinen Bart mit Henna
und so wurde er zum Renna.

Auf dem Kreuzzug färbt er kühn
seinen Bart in dunkelgrün,
und hieß auf der ganzen Erde
nur noch Kaiser Barbaverde.

 

- 47 -

Frau und Mann

Jede Frau weiß genau,
daß die Männer nicht sehr schlau.
Sie benutzt sie stetig,
doch nicht mehr als nötig.

Auch der Mann kann es nicht lassen,
manchmal Frauen anzufassen,
und zu seinem Glück
fassen sie zurück.

 

- 48 -

Griechischer Sommer

Wer die alten Griechen liest,
der liest dort, dass alles fließt.

Ich hab in Griechenland erlebt,
dass nix mehr fließt, dass alles klebt.

 

- 49 -

An Eugen Roth

Der Doktor Roth, ein Germanist,
der schon fast vergessen ist,
hat, wenn man es recht bedenkt,
uns so manchen Reim geschenkt,
den ich gern an seiner Stätte
selbst geschrieben haben hätte.

 

- 50 -

Bescheidene Bitte

Lyriker sind oft gescheit,
doch sie haben zuviel Zeit,
in der Natur herumzulungern,
wo sie ausnahmslos verhungern.

Mein Leser! Gib dir einen Stoß
und lasse es nicht immer bloß
beim Lesen des Gedichts bewenden!
Du kannst mir auch Spenden senden.

Doch sende mir in meiner Not
bitte weder Wurst noch Brot,
sondern - nimm es mir nicht krumm -
eine Magnumflasche Mumm.

 

- 51 -

Der Polizeihund

Ein Haschisch-Hund trieb es zu bunt
und war nicht mehr zu gebrauchen:
Nach jedem Fund tat er kund
er wolle selbst ein Pfeifchen rauchen.

Der Vetrinär tat sich sehr schwer
dem Tier die Gier hinauszutreiben;
der arme Hund quälte sich sehr,
doch schließlich ließ er es dann bleiben.

 

- 52 -

Philemon und Baucis

Ein Mann tat nichts als dösen
und Kreuzworträtsel lösen;
seine Frau indessen
brachte ihm sein Essen,
zu dem sie noch Starkbier holte,
weil er sie sonst arg versohlte.

Wehe! Wehe! Wehe!
Das ist doch keine Ehe!
Ein jeder wendet sich mit Graus,
doch wie geht die Geschichte aus?
Hierzu kann ich nur beteuern,
dass sie bald Goldne Hochzeit feiern.

 

- 53 -

Blut, Schweiß und Tränen

Der Dichter dichtet wie verrückt
bis trotz Eile dann und wann
eine feile Zeile glückt,
die er gut verkaufen kann.

Vom Erlös kauft er dann Bier,
denn was soll er sonst sich kaufen?
Schwitzen ist der Grund dafür,
dass die Dichter so viel saufen.

 

- 54 -

Der Untergang Roms

Hoch steigt die Flut, den Tiberdamm zu schwächen,
doch die Moral ist tief gesunken,
sogar der Papst ist so betrunken,
sich in den Tiber zu erbrechen.

Aus ihren Gräbern Christen steigen,
auch Nero, dieses Ungeheuer,
und der Espresso wird zu teuer,
worauf sich weniger Touristen zeigen.

 

- 55 -

Helge Schneiders Irrtum

Eins weiß ein jeder sowieso:
Kein Katzenklo
macht Katzen froh!

Denn es ist aus Plastik
und durch die Elastik
kratzt die Katz zu hastig.

Miezekatze
macht mit Tatze:
Fitzefatze! Fitzefatze!

 

- 56 -

Gedenktage

Am Muttertag solltest du laufen
und ihr ein paar Blümchen kaufen

Am Weltspartag solltest du sparen
und anderntags der Zinsen harren

Am Frauentag sei bitte schlau
wenn du ein Mann bist, machst du blau

Am Tag des Kindes: Aufgepaßt!
Erzeuge eins, wenn du keins hast

Am Tag des Baums ist festzustellen:
Stehen lassen oder fällen?

Am Tag des Wassers soll man Pfützen
vor Sonne und Verdunstung schützen

Am Tag des Wasserwerfers laß
das Randalieren auf der Straß

Am Tag der Trunksucht sollte man
nüchtern bleiben, wenn man kann

Der Tag der reinen Rasse wurde
erfunden, weil die Masse hurte

 

- 57 -

Der Luxusdampfer

Ein Dampfer stieß auf Eis
und Eis taugt, wie man weiß
es in Gläser einzufüllen
um die Longdrinks abzukühlen.

So hat der Eisberg wenig Glück
für ihn gab es kein Zurück
Er wurde unter großen
Qualen kleingestoßen.

 

- 58 -

Mensch und Maschine

Der Staubsauger saugt Staub
der Laubsauger saugt Laub.
Der Säugling kann nur drüber lachen
was solche Saugmaschinen machen,
er saugt an einer vollen Brust
und rülpst in seiner tollen Lust.

 

- 59 -

Die chemische Keule

(nach Heinz Erhardt)

War ein schöner Kirschenbaum
dieser war der Made Traum.
So macht sie sich zur Sommerszeit
in der süßen Kirsche breit.

Doch die Made mußte gehn
wegen Trichloräthylen.
Dieses war der Made Graus:
sie trat aus der Kirsche aus.

 

- 60 -

Berliner Küche

Der Türke weiß seit alten Zeiten
einen Döner zu bereiten.
Doch seit nur noch Schwaben kommen
haben diese übernommen.

Heut macht der Schwab dir rasch
seine Mauletasch.
Doch war der verdrängte Döner
schmackhafter und zweitens schöner.

 

- 61 -

Dichterschicksal

Ein Lyriker fand seine
Wahrheit in dem Weine.
Doch aus Zuneigung zum Wein
stellt er seine Lyrik ein.

Nur manchmal greift er noch zur Feder
zieht dann fürchterlich vom Leder
schreibt verwirrte schräge Reime
und irrt durch die Pflegeheime.

 

- 62 -

Kongress der Urbanologen

In den Ballungszentren ballt
sich bekanntlich die Gewalt.
Tausend Spezialisten tagen
das Problem zu hinterfragen.

Hundert Vorschläge im Saal
kommen in die enge Wahl.
Bester Vorschlag ist aus allen:
Ballungszentren zu entballen.

 

- 63 -

Die Enttäuschung

In der DDR
war das Leben schwer.
So beschloss ein Komittee
Anschluss an die BRD.

Aus der Bundesrepublik
gab es jedoch kein Zurück.
Überall nur Neid und Geiz!
Kommt jetzt Anschluss an die Schweiz?

 

- 64 -

Die Neuheit

Hunde macht die Kunde froh:
Endlich gibt's das Hundeklo!
Verglichen mit den Katzenklos
ist es sehr stabil und groß.

Zwar braucht das Hundeklo mehr Raum,
doch ansonsten gibt es kaum
Unterschiede zu bekannten
für den Katzenkot verwandten.

 

- 65 -

Sans Souci

Berlin war schon Regierungssitz
in der Zeit des Alten Fritz.
Doch den zog es aus Berlin
in die Kleinstadt Potsdam hin.

In Berlin, wußte der Kenner,
wohnen Durchschnitt oder Penner.
Doch Potsdam fand des Königs Lob,
denn dort wohnen Jauch und Joop.

 

- 66 -

Der Gipfelstürmer

Was macht der Maier
auf dem Himalaya?

Forscher haben nachgedacht
wieso Maier sowas macht.

Obwohl Forschung lange währt
ist die Frage jetzt geklärt.

Der Maier macht's, weil er so sein wollt
wie der Südtiroler Reinhold.

 

- 67 -

Der Regenschirm

Dass er was für das Klima tut
ist am Regenwalde gut,
doch gehst du dort spazieren,
musst du dich präparieren,
denn schlecht ist, dass im Regenwald
viel Regen auf den Wegen fallt.

 

- 68 -

Der gute Kaiser

Durch Export in alle Welt
schwamm das Kaiserreich in Geld,
doch die Bürger lungerten
obdachlos und hungerten.

Der Kaiser schämte sich der Armen
wollt der Armen sich erbarmen
und schien ernsthaft dran zu denken
Untertanen Geld zu schenken.

Seine Konkubine
verzog keine Miene
und veranlaßt ihrerseits
Überweisung in die Schweiz.

 

- 69 -

Der Goldene Boden

Der Bergführer lebt von den Bergen
der Handwerker von seinen Werken
der Kurpfuscher von schlechten Spritzen
der Satiriker von Witzen.

Die Schwester lebt vom Krankenpflegen
der Bahnwärter vom Schrankenlegen
der Künstler von der Kunst
der Zuhälter von Brunst.

Der Drogenhändler lebt vom Mohn
der Bauer von Subvention.
Gut lebt der Doktor vom Entkeimen
Schlecht lebt der Lyriker vom Reimen.

 

- 70 -

Das Tei

In einem Teeei war kaum Tee,
dafür laute kleine e.
Kaum fiel ein einziges hinaus,
ward unser altes Teei draus.
Doch fällt ein weiteres dabei,
(ich bin so frei) wird es zum Tei.

Einem Tei sieht keiner an,
dass man Tee drin kochen kann.
Nur ein Teeei voller e
gibt allemal den rechten Tee,
befehlen die enormen
deutschen Schreib-Reformen!

 

- 71 -

Im Zoo I

Das Einhorn und das Matterhorn
nähern wütend sich von vorn

Um ein Unglück zu vermeiden
ist ein Gatter zwischen beiden

Da vernimmt man lautes Krachen
worauf beide Hörner brachen

Diesseits des Gatters liegt das kleine
zierlichere Horn vom Eine

Jenseits des erwähnten Gatters
liegt das größere des Matters

 

- 72 -

Im Zoo II

Als er durch die Stäbe blickt
wird der Panther schier verrückt,
denn dort steht im Sonntagsstaat
ein pensionierter Studienrat.

Dieser zückt erbarmungslos
ein Bändchen Rilke aus der Hos
und trägt seinem Stand gemäß
ein zweites Bändchen am Gesäß.

 

- 73 -

Rettet die Präjudize!

Mit Grausamkeit, welche auf Erden
jeglicher Beschreibung spottet,
verfolgt, verdammt, verachtet werden
Präjudize ausgerottet.

Präjudize, die sehr alt
und an die wir uns gewöhnt,
werden heute mit Gewalt
angeprangert und verhöhnt.

Durch den hohen und gesetzten
Bildungsstand, den wir erworben
sind schon bald die allerletzten
Präjudize ausgestorben.

 

- 74 -

Mariechen

Mariechen saß weinend im Garten
die Schulden drückten so tief
sie konnte es immerzu kaum erwarten
bis sie zum Shoppen lief.

Da kam aus Treuenbrietzen
ein junger Bursch daher
der wollte Mariechen so gerne besitzen
war Schuldnerberater.

 

- 75 -

Der Choleriker

Mayer litt an der Erkrankung
einer starken Stimmungsschwankung:
Sehr schnell war er aufgebracht
doch was hat er darauf gemacht?

Was macht der Mayer
auf dem Himalaya?

Er hat oben wild getobt
wieder unten mild gelobt
daß er fortan solche krasse
Stimmungsschwankung unterlasse.

 

- 76 -

Unsere Vorfahren

Ein dumpfes Volk in seiner Qual
saß stumpf in dem Neandertal.

Heute können sich die meisten
Leute bessres Leben leisten.

Deshalb wolln wir mal dran denken
wie dies stumpfe Volk verstockt
mit arthritischen Gelenken
stumpf ums Lagerfeuer hockt.

Keine Klingeltöne schrillen!
Kein Intimspray lockt mit Duft!
Heiter hocken sie im Stillen
und genießen reine Luft.

 

- 77 -

Lohndumping

Nach den tief verborgnen Trüffeln
teure Trüffelschweine schnüffeln.

Die Pilzwirtschaft geht um in Richtung
einer Unterwasser-Züchtung.

Wobei nach den teuren Morcheln
billige Tauschschweine schnorcheln.

 

- 78 -

Im Hohen Haus

Der Kanzler auf der Kanzel sitzt
der Vizekanzler Ohren spitzt
und fleißig die Notizen führt
weil er sonst abgekanzelt wird.

Rechtsaußen gibt's im Hohen Haus
Beifallsstürme und Applaus,
doch von links hört man die sturen
Oppositionellen murren.

Den Murrern wirkt als Schweigelohn
die Große Koalition.
Der Kanzler trifft in diesem Sinne
Kandidaten in Kantine.

 

- 79 -

Solidarität

Es waren zwei Genossen
die hatten einander so lieb
doch machte sie verdrossen
daß jeder dogmatisch blieb.

Der Graben ward viel zu tief!
So haben die beiden Genossen,
da kein Gespräch mehr lief
sich über den Graben beschossen.

 

- 80 -

Das Schwarzwaldmädel

Ein Schwarzwaldmädle zog es hin
in die große Stadt Berlin.
Es war ein keusches und verstocktes:
Sunt longae montis crucis noctes!

 

- 81 -

Zwei Kleinstaaten

Island besteht, wie jeder weiß,
ganz aus Feuer oder Eis.

Deutschland besteht, das weiß man schon,
ganz aus Dampf und Korruption.

Und vergleicht man diese beiden
wirkt Island sauber und bescheiden.

In Island ist noch Jugendkraft
doch Deutschland wenig tugendhaft.

 

- 82 -

Guter Rat von Dr. Fuchs

Wein auf Bier
rat ich dir

Bier auf Wein
das laß sein

Damit beide sich nicht mischen
trinke einen Schnaps dazwischen

Schnaps trennt Bier und Wein im Magen
worauf beide sich vertragen

 

- 83 -

Touristische Attraktion

Der Turm von Pisa ist ganz schief
für Japaner ein Motiv.
Es ist nicht zu fassen
was die an Geld dort lassen.

Der Kölner Dom ist grade:
Schade.
Die Türme sollten Einsicht zeigen
nach innen oder außen neigen.

 

- 84 -

Die Meistersinger

Allzuviele Dilettanten
widmen sich der angewandten
Lyrik, doch das führt mit Zwang
zu künstlerischem Niedergang:
Manch Gedicht erregt Entsetzen
und man ruft nach den Gesetzen.

Weshalb die Behörde schuf
Posie als Lehrberuf:
Nach der Lehre von drei Jahren
stößt der Lehrling zu den raren
Meistern, die vom Staat geschützt,
dichten was uns allen nützt.

So hat jeder eine Chance
wie zur Zeit der Renaissance:
Damals war ein Martin Luther
unter anderem ein guter
Dichter und auch der Hans Sachs
alles andre als ein Klacks.

 

- 85 -

Kinderreim aus dem vorigen Jahrhundert

Ein Herr Reich-Ranic-
ki tat einen Witz,
doch da Karasek nicht lachte
(nur Frau Löffler lachte sachte)
fiel er prompt vom Sitz.

 

- 86 -

Auf Kreuzbergs Straßen

Nichts ist schöner als an klaren
Tagen durch Berlin zu fahren.
Nur mit Kreuzbergs Straßen
ist nicht gut zu spaßen.

Fährst du dort entlang:
Kreuzberger Tage sind bang!
Zwar wird nur selten geschossen
doch halte die Fenster geschlossen.

 

- 87 -

Wider die Wutbürger

Der Staatsbürger ist gut und fromm
und verhält sich weise:
auf daß er in den Himmel komm
bleibt er lieber leise.

Der Wutbürger beginnt vor Zorn
und krasser Wut zu Wut zu brüllen!
Der Wasserwerfer kommt von vorn
um Übermut zu kühlen.

 

- 88 -

Der ertrunkene Rettungsschwimmer
(nach J. W. v. Goethe)

Der junge Rettungsschwimmer geht
muskulös und braungebrannt,
die Stirn von blondem Haar umweht,
auf und ab am Beckenrand.

Und wie er geht und wie er lauscht
teilt sich die Flut empor
aus dem gechlorten Wasser rauscht
ein feuchtes Weib hervor.

Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm,
da war's ...

 

- 89 -

Die Flugshow
(nach Ringelnatz)

Waren mal zwei Bumeränge
beide von korrekter Länge.
Bumeränge stürzten ab,
da der Zwischenraum zu knapp.
Publikum stand starr entsetzt,
da zwei Zuschauer verletzt.

 

- 90 -

Träumerei

Ich wollt ich wär ein Huhn
dann würd ich Gutes tun.
Ich täte wochentags was Gutes
und wäre Sonntag guten Mutes.

Noch lieber wär ich Sonnenuhr
die zählt die heitren Wonnen nur.
Und wenn ich ein Vöglein wär
flög ich immer hin und her.

 

- 91 -

Frankfurter Buchmesse II
(nach Erich Kästner, nur leicht abgewandelt)

Viel Leute stehen in Hallen herum.
Wer findet das ungewöhnlich?
Es ist ja gar kein Publikum!
Es sind die Autoren persönlich.

 

- 92 -

Deutsche Einheit      1871 und 1990

"Das bißchen Deutschland zusammenzuschweißen,
das lag in der Zeit, das will nicht viel heißen."

Der Reim klingt seltsam uns ans Ohr.
Er ist von Fontane, Theodor.

Allerdings ging's damals um
Bayern, die bekanntlich dumm:

Der Bayernkönig kriegt ein Schloß
der Bayer eine Lederhos.

Heute geht es um die Sachsen.
Gibt's da ein Zusammenwachsen?

Die Verlegenheit ist groß:
jeder Sachse will ein Schloß.

 

- 93 -

Die Montagsdemo

Sechzig Sachsen mit dem Saxophon
bliesen auf der Wiesen einen fiesen Ton,
die Stasi kam und flaxte: ja was ist das schon?
Sechzig Sachsen mit dem Saxophon.

 

- 94 -

Das dubiose Rezept

Ein Mops kam in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei,
da nahm der Koch den Löffel
und schlug den Mops entzwei.

Der Koch kocht gut und gerne
erhält für seine Klopse
als Meisterkoch vier Sterne
verrät nichts von dem Mopse.

 

- 95 -

Fortschritt der Physik

Daß man Kerne spaltet
ist bereits veraltet.
Die Kernphysik hat längst gelernt
wie man einen Kern entkernt.

Dies ermöglicht einen Knall
dessen Wiederhall im All
alles in den Schatten stellt:
Ende dieser satten Welt!

 

- 96 -

Wunder der Natur

Die Fischstäbchen im Meer
schwimmen hin und her
fast wie jeder andre Fisch
denn sie wollen auf den Tisch:

Sie folgen in der Zeit der Liebe
instinktiv dem innren Triebe,
dieser treibt zu unserm Glück
sie in die Fabrik zurück.

Dort werden sie bereits erwartet,
die Maschine wird gestartet:
die guten werden fein verpackt,
die schlechten werden kleingehackt.

 

- 97 -

Schlankheitswahn

Karl Lagerfeld rief, wegen Übergewicht:
"Ich esse meine Suppe nicht!"
Dies sollte er alsbald bereuen,
da er bei einer Show im Freien
zwar elegant und mit viel Stil
durchs Gitter eines Gullys fiel
und ward fortan nicht mehr gesehn:
So Kinder, kann es euch ergehn!

 

- 98 -

Bekenntnis

Jeder der mich kennt
kennt mich abstinent,
bis auf meine kläglichen
Rückfälle, die täglichen.

Dann denk ich in tiefer Versunkenheit
an Goethe, der gesagt:
"Sie haben wegen der Trunkenheit
vielfältig uns verklagt."

 

- 99 -

Zwei Longdrinks
(Rezept Ringelnatz)

Warum ist Campari rot?
Das ist lauter Läuseblut!
Viele Läuse schlug man tot
trotzdem schmeckt Campari gut.

Wenn du einen Schneck behauchst
siehst du ihn noch zucken,
wenn du ihn in Cognac tauchst
trink in kleinen Schlucken!

 

- 100 -

Bange Fragen

Werden alle Menschen prüder?
Oder werden sie nur müder?
Oder werden sie gar künftig
wieder unvernünftig brünftig?

Ist der Mensch nun mild und gut
oder packt ihn wilde Wut?
Ist der Mensch des Menschen Wolf
oder spielt er Minigolf?

 

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